Unser Jahresresumee 2017

CA Agenturr
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Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch in das neue Jahr 2018 und Deutschland eine blühende Zukunft!

Kurz vor dem Jahreswechsel haben wir nochmal in das letzte Jahr zurückgeschaut und die wichtigsten Ereignisse und Fakten aus der Branche mit POTenzial für euch zusammengefasst:

Das Jahr 2017 begann, weltpolitisch betrachtet, rasant, als Donald Trump am 20.01.2017 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ernannt wurde. Die ganze Welt schaute gebannt auf das politische Handeln des neuen Präsidenten. Auch die Vertreter der Cannabis Industrie in Colorado, Kalifornien und anderen Staaten der USA waren bekümmert, weil viele vermuteten, dass der neue Präsident gegen die lokalen Regelungen der einzelnen Bundesstaaten vorgehen könnte.
Zu diesem Zeitpunkt herrschte in der deutschen Cannabis Branche noch die Ruhe vor dem Sturm und Patienten wurde das Leben noch zur Hölle gemacht.
Um Zugriff zu medizinischem Cannabis zu bekommen, benötigte man im Januar 2017 noch eine Ausnahmegenehmigung (nach § 3 Absatz 2 des Betäubungsmittelgesetzes) des BfArMs (Bundesinstitut für Arznei und Medizinprodukte). Eine solche Ausnahmegenehmigung besaßen zu diesem Zeitpunkt ca. 1000 Patienten, da es noch mit sehr großen medizinischen Hindernissen und einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden war, diese zu erhalten.

Jedoch sollte sich dieser Zustand schnell verändern, als im Januar das „Cannabis als Medizin“ Gesetz vom Bundestag verabschiedet wurde, welches ab März 2017 in Kraft trat. Dieses Gesetz wird nicht zu Unrecht als „das liberalste Cannabis als Medizin Gesetz der Welt“ gehandelt, da die Entscheidung ob Cannabis verordnet werden kann, nur beim behandelnden Arzt liegt und nicht auf bestimmte Krankheiten beschränkt wurde. Es muss lediglich eine schwerwiegende Erkrankung vorliegen und die Cannabistherapie muss positive Erfolgsaussichten haben.
Mit diesem Gesetz sollte sich in Deutschland einiges ändern. Denn kurz auf das Gesetz, folgte schon die Ausschreibung zur Produktion von medizinischem Cannabis in Deutschland vom BfArM. Dadurch wurde eines klar: Bald wird medizinisches Cannabis in Deutschland produziert!
Das war auch schon deutlich auf der ICBC (International Cannabis Business Conference) vom 10.-12. April in Berlin zu spüren, auf der viele Vertreter aus der Pharmaindustrie anwesend waren. Auf dieser Konferenz herrschte bereits eine starke Aufbruchstimmung, welche in den kommenden Monaten noch stärker werden sollte.

Im Mai dieses Jahres haben wir die Cannabis Arbeitsagentur gegründet, um die Transparenz der Branche zu vergrößern und Menschen den Einstieg in diese zu erleichtern. Wir bedanken uns für den Zuspruch und die großartige Unterstützung von all den Menschen, die mitgewirkt haben und dieses Projekt ins Leben gerufen haben. Ein großes Dankeschön geht hier auch an den Deutschen Hanfverband!

Im Juni merkte man das Wachstum der Branche dann eindeutig! Die Mary Jane in Berlin öffnete ihre Pforten und man bekam zum ersten mal einen Eindruck davon, wie viele Unternehmen in Deutschland in diesem Industriezweig tätig sind. Außerdem wurde spürbar, dass immer mehr Kapital in die Branche fließt und diese dadurch professioneller agiert, als man es von den Hippie Messen der Vergangenheit kannte. Das trifft sowohl auf die Messe als ganzes zu, als auch auf die einzelnen Standbetreiber (z.B. Sens Media) zu.
Auf dieses Highlight folgten weitere Messen (Cannabis XXL), Konferenzen (DHV Cannabis Normal Konferenz) und Kick Off Veranstaltungen von medizinischen Cannabis Produzenten (z.B. AbCann in Köln).

Aber auf die Euphorie des neuen Gesetztes und der Ausschreibung zur Produktion, folgte schnell die Rückkehr in die Realität. Da der Gesetzgeber nicht damit gerechnet hat, dass die Nachfrage nach medizinischem Cannabis so groß sein würde, wurden die Importmengen nicht angepasst und es traten in allen Apotheken Lieferengpässe auf. Dieser Zustand hält bis heute an und viele Cannabis Patienten müssen mehr als einen Monat auf Ihr Medikament warten. Experten wie Doktor Grothenhermen vom ACM (Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin) hätten diese Entwicklung jedoch voraussagen können. Dr. Grothenhermen schätzt, dass ca. 0,1 % – 1 % der deutschen Bevölkerung von medizinischem Cannabis profitieren könnte. Wir sprechen hier von ca. 80.000 – 800.000 Patienten Ein weiteres Problem ist, dass viele Ärzte nicht aufgeklärt über Cannabis sind und nicht genügend Wissen über die Anwendungsgebiete haben. Dazu lehnen die Krankenkassen die Kostenübernahme für die Cannabis Therapie häufig ab, wenn der Patient dann einen Arzt gefunden hat. Dies ist vor allem unannehmbar, weil die Kosten für die Cannabis Therapie (durch einen 100% Aufschlag, welchen der Apotheker verlangen muss) deutlich gestiegen sind und nicht mal alle Inhaber einer Ausnahmegenehmigung eine Kostenübernahme erhalten. Hier herrscht noch Nachholbedarf und die kommende Regierung muss eindeutig agieren um das Leben vieler Patienten zu verbessern.

Auch was das Ausschreibungsverfahren zur Produktion angeht, ist aktuell stillstand angesagt, da ein deutscher Bewerber (die Lexamed GmbH) gegen die Auswahlkriterien klagt. Wenn diese Klage Erfolg hat, muss das Ausschreibungsverfahren nochmals neu gestartet werden. Dann ist es sicherlich fraglich, ob es möglich ist, wie angekündigt ab Januar 2019 medizinisches Cannabis aus Deutschland zu verkaufen. Natürlich werden wir euch über weitere Geschehnisse in diesem Zusammenhang auf dem Laufenden halten.
Der Boom der Cannabis Branche ist jedoch auch in Deutschland immer noch klar spürbar. Immer mehr Menschen haben Interesse an diesem Industriezweig,es entstehen auch hierzulande viele Arbeitsplätze und immer mehr Patienten erhalten Zugang zu medizinischem Cannabis.
Hinzukommend fordern immer mehr deutsche Staatsbürger eine Legalisierung von Cannabis zum Freizeitgebrauch. Dies wurde durch die Petition des Deutschen Hanfverbandes verdeutlicht, welche von mehr als 78.000 Menschen unterzeichnet wurde. Eine Entkriminalisierung von Cannabis Konsumenten fordern nach aktuellen Umfragen bereits mehr als 50% der Deutschen.
Diese Veränderung hat man auch bei den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU, FDP und den Grünen gemerkt, als die Umsetzung des Cannabis Kontrollgesetz eine Forderung er FDP und der Grünen war. Die weitere politische Richtlinie der kommenden Bundesregierung bleibt nach dem Scheitern der Jamaika Koalition abzuwarten.

Jedoch ist aus deutscher Sicht nicht nur diese Entwicklung interessant. Auch, dass zahlreiche europäische Staaten Deutschland folgten und medizinisches Cannabis legalisierten (z.B. Griechenland, Polen und Dänemark) als auch die Entwicklung in Kanada, Israel, Österreich und der Schweiz, sind betrachtenswert.

In Österreich ist der Verkauf von nicht blühenden Cannabis Pflanzen, welche dadurch kein THC enthalten, legal. Dadurch können Produzenten von Cannabis Stecklingen legal agieren. Dazu darf Cannabis mit Werten von unter 0,2 % THC als Tee verkauft werden. Als Tabakersatz sind Hanfprodukte jedoch nicht zulassungsfähig. Die Zukunft ist hier auch ungewiss, da die neue österreichische Regierung die Stecklingsprodzenten verbieten möchte.

In der Schweiz ist der Markt hingegen schon reguliert. Cannabis Pflanzen mit weniger als 1% THC dürfen legal produziert und als Tabakersatz verkauft werden. Dadurch ist in der Schweiz ein sehr großer neuer Industriezweig entstanden, der dieses Jahr ca. 60 Millionen Franken Umsatz erwirtschaften wird. Davon landen 25% über die Tabaksteuer beim Schweizer Staat und außerdem sind zahlreiche Arbeitsplätze entstanden. Dies wird dadurch verdeutlicht, dass die Zahl von Unternehmen, die in der Schweiz lizenziertes CBD Cannabis produzieren, im Jahr 2017 von 5 auf 410 gestiegen ist. Dazu sollen bald weitere Modellprojekte entstehen, welche auch die Auswirkungen der Abgabe von Cannabis mit THC erforschen sollen. Hier wird also auch heiß über die Legalisierung von Cannabis mit THC diskutiert.
Die Cannabis Arbeitsagentur hat dieses Jahr auch mehrere Erntehelfer in die Schweiz CBD-Branche vermittelt und wir werden auch in Zukunft weiter auf dem Schweizer Markt aktiv sein. Jedoch ist die Saison aktuell beendet und ihr müsst euch ein bisschen gedulden, bevor wir neue Erntehelfer-Angebote auf unserer Homepage und auf unserer Facebook Seite veröffentlichen.

In den USA blieb die Situation während dessen beim alten. In vielen Bundesstaaten ist Cannabis zu medizinischen und teilweise auch zum Freizeitgebrauch legal, auf Bundesebene ist Cannabis allerdings immer noch illegal. Eine klare Regelung ist derzeitig noch nicht in Sicht, obwohl die Anzahl der Staaten, welche Cannabis legalisieren immer größer wird.

Kanada hingegen wird einer der ersten Staaten sein, welcher Cannabis zum Freizeitgebrauch, auf Bundesebene, legalisiert. Dieses Gesetz wurde dieses Jahr beschlossen und es wird voraussichtlich im Juni 2018 umgesetzt. Ab dann können Geschäfte in Kanada legal agieren und Cannabis reguliert verkaufen.

Israel bleibt weiterhin die führende Forscher Nation für das Thema Cannabis. Immer mehr interessante Ergebnisse werden von Forschern wie David Meiri veröffentlicht. Dazu plant Israel aktuell, Lizenzen für den Export von medizinischem Cannabis zu vergeben.

Wir hoffen, dass die weltweite Entwicklung sich auch 2018 fortsetzt und auch die deutsche Politik einsieht, dass der Krieg gegen Cannabis keinen Sinn macht.

Liebe Grüße von der CA Agentur!

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